Das Arizonaprojekt

 

Eigenverantwortliches Denken und Handeln ist ein Konzept, das sich an einem von Ed Ford initiierten Schulversuch in Phoenix/Arizona (daher „Arizonaprojekt“) orientiert.

 

Das Hauptziel dieses Programms besteht darin, zu gewährleisten, dass die lernbereiten Schülerinnen und Schüler ungestört lernen können.

 

Ein weiteres Ziel besteht darin, den häufig störenden Schülerinnen und Schülern die Einsicht zu vermitteln, dass sie selbst für sich entscheiden müssen, ob sie sich an vereinbarte Regeln halten wollen oder nicht und dass sie für die positiven wie negativen Folgen dieser Entscheidung selbst verantwortlich sind (Eigenverantwortung übernehmen). Schüler/innen, die lernen, eigenverantwortlich in der Klasse zu handeln, erwerben die Fähigkeit, dieses Prinzip auch auf den Freizeitbereich, den Beruf und die Familie zu übertragen.

   

 

Folgende Grundregeln gelten im Klassenzimmer:

-         Jede Schülerin und jeder Schüler hat das Recht, ungestört zu lernen.

-         Jede Lehrerin und jeder Lehrer hat das Recht, ungestört zu unterrichten.

-          Jeder muss die Rechte des anderen achten.

 

 

Hat der/die Lehrer/in den Eindruck, dass der Unterrichtsablauf oder einzelne Schüler/innen gestört werden, wird dem störenden Schüler in ruhiger, respektvoller Art mitgeteilt, dass er/sie den Unterricht gerade gestört hat und die Frage gestellt, ob er/sie bereit ist, die Störung abzustellen bzw. die Klassenregeln einzuhalten oder nicht. Bei wiederholtem Stören muss der Schüler die Klasse verlassen. Er/Sie begibt sich mit dem Laufzettel, auf dem die Art der Störung vermerkt ist, in den Trainingsraum.

 

Im sozialen Trainingsraum entscheidet sich der/die Schüler/in, ob er/sie wieder am Unterricht teilnehmen möchte. Dazu muss er/sie einen Plan („Mein Plan“) bearbeiten, der folgende Stichpunkte enthält: Klärung des Vorfalls, Nachdenken über die Folgen des störenden Verhaltens, Vor-stellung, wie zukünftig ähnliche Störungen vermieden werden können. Die Vereinbarung, die der/die Schüler/in getroffen hat, muss eine sichtbare Alternative zu dem störenden Verhalten enthalten. Der Trainingsraum-lehrer gibt Hilfestellung und bespricht den fertigen Plan mit dem/der Schüler/in.

 

Die Entscheidung, die der/die Schüler/in getroffen hat, gilt nur für dieses Fach bzw. den Fachlehrer/in. Es liegt in der Verantwortung des Schülers den versäumten Lehrstoff sowie die Hausaufgaben nachzuarbeiten.

 

 

Rückkehr in den Unterricht

 

Der/Die Schüler/in geht mit dem Rückkehrplan in den Unterricht des/der Lehrers/in, der ihn/der sie in den Trainingsraum geschickt hat. Solange der Lehrer den Plan nicht gelesen hat, ist der/die Schüler/in auf Probe in der Klasse. Sobald der/die Lehrer/in Zeit hat, wird der Plan besprochen. Akzeptiert der/die Lehrer/in den Plan, kann der/die Schüler/in im Unter-richt bleiben.

 

Bei wiederholten Trainingsraumbesuchen werden die Pläne miteinander verglichen.

 

Weigert sich der/die Schüler/in in den Trainingsraum zu gehen, muss der/die Schüler/in nach Hause und darf erst wieder in die Schule, wenn er/sie mit einem Elternteil zu einem Beratungsgespräch kommt. Die Eltern werden telefonisch und schriftlich benachrichtigt.

Bei Störungen im Trainingsraum wird genauso verfahren.

 Das Arizonaprojekt ist somit ein Programm zur Minimierung von Unterrichtsstörungen, Förderung des eigenverantwortlichen Denkens und Handelns und zur Verbesserung des Klassen- und Schulklimas.

 

Stufenplan für „Vielkommer im Trainingsraum (pro Halbjahr)

 

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Weniger als 3 Mal

Vorklärende Gespräche im Trainingsraum durch den/die Trainingsraumlehrer/in

Rückkehrgespräche mit dem Klassen- bzw. Fachlehrer

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Nach dem 3. Mal

 

 

Elternbrief

Eltern werden schriftlich benachrichtigt

Rückkehrgespräch mit Klassenlehrer/T-L gegen Fachlehrer

Ziel: Einhaltung der festgelegten Vereinbarungen

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Nach dem 5. Mal

Eltern werden schriftlich benachrichtigt

1. Gespräch mit den Eltern und der Schulleitung, dem Klassenlehrer, ggf. Fachlehrer, ev. Schulsozialarbeiter und Schüler/in..

Ziel: Festlegung von Vereinbarungen, die von den Eltern mitgetragen und kontrolliert werden. Schriftliche Zielvereinbarung auf Formblatt!

Info für die Eltern: Verfahrensweise beim 8. Mal Trainingsraumbesuch.

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Beim 8. Mal

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Laufzettel“

 

 

 

Schüler/in füllt den „Plan“ im Trainingsraum aus und meldet sich anschließend im Rektorat, die Schulleitung schickt den Schüler heim.

Die Eltern werden telefonisch (Arizonaraum) und schriftlich benachrichtigt. Der/Die Schüler/in muss nach Hause. Sind die Eltern am Vormittag tel. Nicht erreichbar, dann informiert der verantw. Arizonalehrer (6.Std.) im Laufe des Tages die Eltern des Schülers. Es folgt ein mindestens zweitägiger Schulausschluss.

Der Schüler darf nur mit dem Erziehungs-berechtigten wieder in die Schule kommen (zwischenzeitlich Hausverbot).

2. Gespräch mit Eltern, Schulleitung, Klassenlehrer, ggf. Fachlehrer,  ev. Schulsozialarbeiter, Schüler/in mit schriftlicher Zielvereinbarung.

„Laufzettel“ als Bewährung für den/die Schüler/in  für zunächst eine Woche.

Stündliches Einschätzen des Schülerverhaltens durch Vergeben von Pluspunkten (+), Minus- (-) und Neutralpunkten (0 = unauffällig) der entsprechenden Fachlehrer/in sowie tägliches Abzeichnen durch die Eltern (aktive Rolle der Eltern).

Der/Die Schüler/in ist verantwortlich für das Vorlegen des „Laufzettels“

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Pos. Laufzettel:15 Plus-punkte (+) und höchstens 5 Minus-punkte

Zwei Trainingsraumbesuche werden gestrichen.

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Negativ ausgef. „Laufzettel“

Der/die Trainingsraumlehrer/in wertet den „Laufzettel“ aus und beantragt eine Klassenkonferenz.

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